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Wissenswertes

Alterungsbeständigkeit
In der Vergangenheit stellte man fest, daß bis zu 90% der Bücher- und Aktenbestände vom Zerfall bedroht waren. Dies lag u.a. an der chemischen Zusammensetzung (Holz, saurer Leim bei hohem Holzschliffanteil) der gefertigten Papiere. Hitze, Kälte und Luftfeuchtigkeit setzten den Papieren ebenfalls zu. Heute werden Papiere ph-neutral gefertigt. Sie sind alterungsbeständig, d.h. sie haben einen Gebrauchswert von mehreren hundert Jahren.
Papiere aus Altpapier oder mit hohem Holzschliffanteil sind weniger haltbar als holzfreie oder sogar hadernhaltige Papiere (Recyclingpapiere haben dennoch eine Altersbeständigkeit von über 100 Jahren).

Bleichverfahren
Um weißes Papier herstellen zu können, werden Faserstoffe in verschiedenen Verfahren gebleicht. Bleichverfahren mit Chlorgas/Elementarchlor führen zu hohen Abwasserbelastungen mit organischen Chlorverbindungen. Bleichverfahren mit dem wesentlich teureren Chlordioxid zeichnen sich bereits durch eine stark reduzierte Abwasserbelastung aus. Bleichverfahren mit sauerstoffhaltigen Bleichmitteln (z.B. Sauerstoff, Wasserstoffperoxyd) führen zu keinerlei Belastungen mit organischen Chlorverbindungen.
siehe Sauerstoffbleiche
siehe ecf
siehe tcf

Bogen
Bezeichnung ab Papiergröße DIN A3 aufwärts.
siehe Blatt

Büttenpapiere
Hochwertige Papiere mit einem unbeschnittenen Rand (Büttenrand). Früher Kennzeichen für handgeschöpftes Papier, heute überwiegend maschinelle Herstellung.

Chlorfrei / Chlorarm
Bei diesen Bezeichnungen geht es nicht um das Papier und seinen möglichen Chlorgehalt. Vielmehr beziehen sie sich auf den Bleichvorgang bei der Faserstoffherstellung. Als "chlorarm" werden Papiere bezeichnet, bei deren Faserbleiche die Abwasserbelastung reduziert wird. Der verwendete Zellstoff wird dabei häufig ohne Chlorgas (Elementarchlor) und statt dessen mit Chlordioxid gebleicht. Zusätzlich wird oftmals umweltorientiert, z.B. mit Wasserstoffperoxyd, vorgebleicht. Der AOX-Wert ist < 0,5 kg bezogen auf 1000 kg Papier.Chlorfrei (tcf) bedeutet absolut chlorfrei = AOX-Wert = 0,0.
siehe ecf
siehe tcf

Dicke
Die Dicke eines Papiers wird in µm bzw. tausendstel Millimetern gemessen. 80g/m2 Kopierpapiere haben eine Dicke von ca. 100 µm. Im Alltag werden Papiere jedoch anhand ihres Flächengewichtes ausgewählt.

DIN-Formate (DIN-Reihe A)

Jedes Format ist doppelt oder halb so groß wie das nächste, z.B.
A-Formate B-Formate C-Formate
A0 = 841 x 1189 mm B0 = 1000 x 1414 mm C0 = 917 x1297 mm
A1 = 594 x 841 mm B1 = 707 x 1000 mm C1 = 648 x 917mm
A2 = 420 x 594 mm B2 = 500 x 707 mm C2 = 458 x 648 mm
A3 = 297 x 420 mm B3 = 353x 500 mm C3 = 324x 458mm
A4 = 210 x 297 mm B4 = 250 x 353 mm C4 = 229x324 mm
A5 = 148 x 210 mm B5 = 176 x 250 mm C5 = 162x 229mm
A6 = 105 x 148 mm B6 = 125 x 176 mm C6 = 114x 162mm
A7 = 74 x 105 mm B7 = 88 x 125 mm C7 = 81x 114mm
A8 = 52 x 74 mm B8 = 62 x 88 mm C8 = 57x817 mm

Elefantenhaut
Speziell behandeltes, extra zähes Papier mit starker Struktur (elefantenhautähnlich). Einsatz als Speisekarten, Urkunden und Bucheinbandstoff.

Feuchtigkeitsgehalt
Die hygroskopische Papierstruktur dehnt oder schrumpft stark bei Änderung des Raumklimas (Luftfeuchte + Temperatur). Die Erhaltung des natürlichen Feuchtigkeitsgehaltes (Gleichgewichtsfeuchte) von Papier ist daher bei Transport, Lagerung und Verarbeitung zu beachten (Idealverhältnisse für Formatpapiere: 18 – 20° und 50 x 55 % relative Feuchte).

Flächengewicht
Das Flächengewicht oder auch Grammatur des Papiers genannt, gibt an, wie viel Gramm ein Quadratmeter Papier wiegt. Das DIN A0 Format hat eine Größe von 841mm x 1189 mm, was einem Quadratmeter bzw. dem Gewicht von 16 DIN A4 Blättern entspricht. Kurzbezeichnung: z.B. 80 g/m⊃2;.

Formatdifferenzen
In Papierstapeln können Längen- und Breitenschwankungen auftreten. Grund: nicht ganz exakter Schnitt. Entsprechend den Geschäftsbedingungen der Papierindustrie müssen diese Differenzen in klar definierten Grenzen toleriert werden.

Geprägtes Papier
"Leinengeprägt" Schreibpapier, "gehämmert" Büttenkarton, Fotoalbenpergamin mit "Spinnen-Prägung". Das sind nur einige Beispiele der vielfältigen Möglichkeiten, mit Prägewalzen (-Platten) in die Oberfläche von Papier nachträglich Musterungen/Strukturen einzupressen.
siehe Oberflächenbeschaffenheit

Geschichte des Papiers
Jahr
105 Der chinesische Eunuch Tsái Lun beschreibt die Herstellung von Papier
650 Aufkommen von Papiergeld in China unter Kaiser Kao Tsung
1144 erste Papiermühle in Spanien
1246 älteste erhaltene deutsche Papierhandschrift des Passauer Domdechanten
1390 Errichtung erste deutsche Papiermühle in Nürnberg
1445 Gutenberg erfindet die Buchdruckkunst
1711 Erfindung des Holländers
1771 Patent für eine Papiermaschine
1844 Erfindung des Holzschliff-Herstellungsverfahren
1851 Erstmalige Herstellung von Zellstoff
1884 Erstmaliger Gebrauch von Toilettenpapier in Rollenform in den USA
1891 Erfindung des Sulfatverfahrens
1906 In Kalifornien wird die erste Milchtüte aus Papier hergestellt
1928 Die Firma Feldmühle nahm in Deutschland die damals grösste Papiermaschine der Welt in Betrieb; sie war 6 m breit, lief etwa 300 m/min und produzierte maximal 100 Tonnen pro Tag.
1945 Im Potsdamer Abkommen legen die Siegermächte einen Pro-Kopf-Papierverbrauch von 7kg fest.
1955 Ausbreitung des Farbdrucks bringt Magazinen und Illustrierten einen Aufschwung
1979 Inbetriebnahme der ersten CTMP-Anlage(chemi-termo-mechanical pulp) in Schweden
1990 Aufgrund von Umweltproblemen nimmt die Papierindustrie Abschied von der Elementarchlorbleiche. 1999 Der Einsatz von Altpapier steigt auf 61%
bis 2010 Laut einer Studie der Welternährungsorganisation (FAO) wird der Papierverbrauch jährlich um 3% steigen.

Gewichtstoleranzen
Trotz hochentwickelter Steuerungsanlagen sind gelegentliche Gewichtsschwankungen bei der Papierherstellung unvermeidlich. Sie dürfen aber die in den Geschäftsbedingungen der Papierindustrie einheitlich festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten (maximal 5 %).

Glätte
Satinage

Glückwunschkarten-Karton
Meist hochweißer, oft einseitig gestrichener (mit vielerlei phantasievollen Prägungen versehener Karton 200 – 240 g/qm) zur Herstellung von Glückwunschkarten.

Griff
Die unterschiedliche Dicke, Härte und Steifigkeit von Papier kann subjektiv als "Griffigkeit" empfunden werden (keine Maßeinheit).

Hadern-Papier
Überwiegend aus Textilabfällen (Baumwolle, Leinen, Hanf) hergestellte Papiere. Für sehr beständige, wertvolle langlebige Dokumente, Banknoten, Urkunden. Bis zum 18. Jahrhundert waren Hadern (Lumpen) der einzige Rohstoff für die Papierherstellung.

Hammerschlag-Prägung
Nachträgliche Prägung des Papiers oder Kartons mit einem Hammerschlag-Effekt. Für Briefbogen, Visitenkarten u.ä.

Handschöpfung
Diese Methode wurde seit der Erfindung des Papiermachens (ca. 60 v. Chr.) bis zur Entwicklung der Papiermaschine (1799/Louis Robert) angewandt. Mit Hilfe eines siebbespannten Schöpfrahmens schöpfte der Papiermacher aus der "Bütte" den dünnen, wässrigen Papierbrei. Heute wird noch in Museen und von künstlerischen Papiermachern Papier handgeschöpft.
Handgeschöpfte Naturpapiere können auf Grund der Verarbeitungsweise in der Farbe, im Format und beim Flächengewicht größere Differenzen aufweisen. Dies stellt keinen Mangel dar, sondern macht jeden Bogen zu einem Unikat. Generell ist zu berücksichtigen, dass Naturpapiere nicht vierseitig beschnitten werden.

Holzfreie Papiere
Hauptrohstoff ist Zellstoff. Nach DIN 6730 gelten nur Papiere mit mindestens 95 % Zellstoff als holzfreie Papiere
siehe auch mittelfeine Papiere
Leicht holzhaltige Papiere werden überwiegend aus Holzschliff hergestellt. Sie enthalten 6 bis 75% Holzschliff.

Japanpapiere
Mit Japanpapieren bezeichnet man Papiere aus Japan, die dort aus einheimischen Faserstoffen hergestellt werden. Für echtes Japanpapier, Washi (von wa = Japan und shi = Papier) genannt, verwendet man bevorzugt die Pflanzen Kozo, Mitsumata, Gampi und Kuwakawa (Maulbeerbaum). Bei der manuellen Herstellung gilt es als besondere Kunst, das zumeist aus Bambus bestehende Sieb in einem bestimmten Rhythmus mehrmals in die Papiermasse zu tauchen.Die aus sortenreinen Fasern angefertigten Papiere weisen einen besonders schönen Glanz auf, der sich mit zunehmendem Alter des Papiers noch verstärkt. Das Verfahren der Papierherstellung gelangte von China über Korea im 7. Jahrhundert nach Japan.

Karton
Bezeichnung für "Papiere" von 150 – 600 g/qm.

Kartonage
Bezeichnung für ein Endprodukt aus dem Werkstoff Karton oder Pappe.

Klimaschwankungen
Kunststoffbeschichtete (PE) Rieseinschläge schützen Kopierpapiere vor negativen Einflüssen durch die Umluftfeuchte. Das Kopierpapier wird mit extrem niedriger Feuchte von 25 – 35 % gefertigt. Ohne Schutzpackung kann das Papier wellig werden.

Wenn die Umluft feuchter oder trockener ist als das Papier, nimmt das Papier die Werte der Umluft an und verändert sich. Trockene Räume führen dazu, daß die Papierkanten schrumpfen. Das Papier „tellert“. Zu hohe Feuchtigkeit führt zum Ausdehnen der Papierkanten und zu einem Wellen des Papiers. Das Papier wird randwellig.

Schlechte klimatische Bedingungen führen zwangsläufigzu Laufproblemen, Staus, schlechte Sorterfachauslastung, Faltenbildung insbesondere beim Duplexbetrieb sowie zu einer schlechten Tonerübertragung, die zu Druckauslassungen führen kann.

Vorbeugen:
Papier sollte in klimatisierten Räumen gelagert werden. Die ideale Raumtemperatur beträgt 18 – 22°C und die relative Luftfeuchte 50 – 60°C.
Sorgen Sie dafür, daß sich das Papier akklimatisieren kann. Kopierpapiere werden in ein Spezialpapier gepackt (Rieseinschlagpapier). Rieseinschlagpapier schützt das Papier vor klimatischen Einflüssen.
Packen Sie nur die benötigte Menge Papier aus und vermeiden Sie die offene Lagerung.

Achten Sie darauf, daß Sie das Papier richtig einlegen. Beachten Sie den Pfeil auf der Verpackung, der auf die zuerst zu kopierende oder zu bedruckende Seite zeigt. Pfeil auf Papierpaketen

Klimatische Bedingungen
Optimale klimatische Bedingungen für Papiere:
18 - 22 C° und 50 – 60 % relative Feuchtigkeit.

Knautschpapier, handgeschöpft (Japanpapier) ist ein handgeknautschtes Naturpapier, das auf Grund der Verarbeitung stark im Format abweichen kann. Diese Abweichungen stellen keinen Mangel dar.Papierschöpfen mit dem Bastsieb ist wohl das älteste Verfahren seiner Art. Man erkennt es an den freien Streifen im Papier – das Bastsieb ist geflochten. Mit diesem Verfahren kann man besonders dünnes und trotzdem gleichmäßiges Papier herstellen. Nach dem Schöpfen und Trocknen wird dieses Papier von Hand geknautscht, d. h. die Fasern des Papiers werden gebrochen. Es wird dadurch sehr beweglich und ist deswegen sehr strapazierfähig.Wenn dieses Papier vor der Verarbeitung „durchfeuchtet“ wird, passt es sich allen Formen, auch runden, gut an. Grundmaterial ist die so genannte Kozo-Pflanzenfaser. Pflanzenfaserpapiere sind sehr viel leichter als die uns bekannten Papiere und die Gewichte des Papiers sind nicht zu vergleichen mit den bei uns üblichen. 4-seitiger Büttenrand. Ideal zum Bespannen von Lampen, Rahmen etc. Fühlt sich an wie seidenweicher Crinklestoff, elastisch, recht freißfest, matte Struktur, kräftige Farben. Wunderbar geeignet zum Einpacken von Geschenken oder für Decoupage (zum Beziehen von Bilderrahmen und Dekorboxen).

Leicht holzhaltige Papiere
Der Holzschliffanteil liegt zwischen 20 und 30%
siehe auch mittelfeine Papiere

Leinengeprägtes Papier
Briefpapier mit leinenartig geprägter Oberflächenstruktur.

Lokta Papiere
In Asien besitzt die Kunst der Papierherstellung eine lange Tradition. Deshalb werden die Rohmaterialien aus natürlichen Ressourcen gewonnen.
Aus der faserigen Innenrinde des Loktha-Busches, der hierzulande unter der Bezeichnung Seidelbast geläufig ist. Der Seidelbast oder Nepalpapierdaphne (Daphne papyracea), wie der Strauch auch genannt wird, gehört der Familie der Thymelaeceen an, aus der auch andere Arten für die Papierproduktion verwendet werden können.
Der besondere Vorteil dieses Rohstoffes liegt in seiner extremen Langfaserigkeit, die dem daraus hergestellten Papier seine besondere Elastizität und Festigkeit verleiht. Aufgrund ihrer klimatischen Ansprüche wächst die in den gemäßigten Breiten Europas und Asiens vorkommende Pflanze im Himalaya nur in Höhen von etwa 2000 bis 3000 Metern in West- und bis zu 3500 Metern in Ostnepal als Unterholz oder am schattigen Rand der Waldbestände.

Manila-Karton
Zäher, satinierter, bräunlich-gelber Karton (z.B. Hängemappen), der früher aus Manilahanf-Abfällen gefertigt wurde.

Nagelprobe
Zieht man die Kanten eines Papierblattes so zwischen Daumen und Zeigefinger, daß die Fingernägel die Kanten dehnen können, werden zwei gegenüberliegende Kanten glatt bleiben und die beiden anderen Kanten wellig werden. Parallel zu den glatten Kanten verläuft die Laufrichtung des Papiers. (Laufrichtung)

PAPIER-DIN-FORMATE
Ausführungen als...
DIN A 0 84,1 cm x 118,9 cm (= 1 qm;) Plakat (Vierfachbogen, Referenzformat)
DIN A 1 59,4 cm x 84,1 cmPoster (Doppelbogen)
DIN A 2 42,0 cm x 59,4 cmPoster (Einfachbogen)
DIN A 3 29,7 cm x 42,0 cmZeichnungen (Halbbogen)
DIN A 4 21,0 cm x 29,7 cmSchreibmaschinenpapier (Viertelbogen)
DIN A 5 14,8 cm x 21,0 cmSchulheft, Karteikarte (Blatt/Achtelbogen)
DIN A 6 10,5 cm x 14,8 cmPostkarte (Halbblatt)
DIN A 7 7,4 cm x 10,5 cmPersonalausweis (Viertelblatt)
DIN A 8 5,2 cm x 7,4 cmVisitenkarte/ Kreditkarte (5,4 cm x 8,6 cm)
DIN A 9 3,7 cm x 5,2 cmetwa Passfotogröße (3,5 cm x 4,5 cm)
DIN A 10 2,6 cm x 3,7 cmetwa Sonderbriefmarkengröße, Etikett
DIN A 11 1,8 cm x 2,6 cmetwa Briefmarkengröße
DIN A 121,3 cm x 1,8 cmetwa Daumennagelgröße
Reihe B geht aus von DIN B 0 = 100,0 cm x 141,4 cm.
Reihe C
geht aus von DIN C 0 = 91,7 cm x 129,7 cm.
Reihe D
geht aus von DIN D 0 = 77,1 cm x 109,0 cm.
Reihe E geht aus von DIN E 0 = 80,0 cm x 112,0 cm
Diese Reihen gelten für Briefhüllen, Aktendeckel, Hefter und Ordner.
Die Seitenlängen dieser Normen verhalten sich immer im Verhältnis 1:Ö 2 (= 1:1,4142)

Qualität
Edelste Papierqualität ist handgeschöpftes oder zumindest maschinengeschöpftes Büttenpapier mit einem meist unbeschnittenen ungleichmäßigen Rand.

Rauhigkeit
Die Oberflächenstruktur eines Papiers lässt sich mit der Oberfläche einer Landkarte vergleichen. Die „Löcher“ zwischen den Fasern bei ungestrichenen Papieren lässt sich mit der Distanz zwischen Bergen und Tälern vergleichen, wobei die Oberfläche gestrichener Papiere wesentlich glatter ist.

Reißlänge
Gemessen wird in Messgeräten ein gleichbleibend breiter Papierstreifen, der durch sein Eigengewicht am Aufhänge-Endpunkt reißen würde. Ein 5 cm breiter Streifen mit 2,25 kg Gewicht reißt z.B. bei 4.500 m Länge.

Reißprobe
Einfache Prüfung zum Ermitteln der Laufrichtung eines Papiers
siehe Laufrichtung

Ries
Bezeichnung für ein Papierpaket (Rieseinschlag).

Rohstoffe
Holzschliff:
Zur Gewinnung von Holzschliff werden die Baumstämme von der Rinde befreit und auf etwa einen Meter lange Holzprügel gestutzt. Die entrindeten Stämme werden zwischen rotierenden Schleifsteinen unter fließendem Wasser zerschliffen. Nachteilig bei diesem angewandten Verfahren ist das Zurückbleiben von Holzbestandteilen wie Lignin oder Harz in dem gewonnenen Faserstoff. Eine optisch störende gelbliche Tönung des Holzschliffs wird durch das Bleichen aufgehellt. Die Rohstoffausbeute liegt fast optimal mit 95%.
siehe holzhaltige Papiere

Zellstoff:
Zellstoff ist das aus pflanzlichen Rohstoffen auf chemischen Wege gewonnene Fasermaterial. Aus dem zu Schnitzel verkleinertem Holz gewinnt man je nach der verwendeten chemischen Lösung Sulfat- und Sulfitzellstoff. Das Sulfatverfahren für den Holzaufschluß arbeitet mit Lauge, während beim Sulfitverfahren Säure für die Herstellung eingesetzt wird. Entscheidend bei dieser Art der Faserstoffgewinnung ist im Gegensatz zum Holzschliff die Herauslösung sämtlicher nichtfaserigen Bestandteile des Holzes, wie z.B. Lignin. Die Rohstoffausbeute liegt je nach Verfahrensweise zwischen 25 und 35%, was zwangsweise einen Anstieg der Kosten für die Faserstoffgewinnung mit sich bringt. Zellstoff ist der Hauptrohstoff für holzfreie Papiere (über 95%). Hauptlieferländer: Skandinavien, USA, Kanada

Altpapier:
Neben dem Holzschliff und dem Zellstoff hat das Altpapier einen großen Anteil an der Papierherstellung. Altpapier ist gebrauchtes bzw. aus der Erzeugung oder Verarbeitung zurückgeführtes Papier mit gräulicher Färbung. Zum Einsatz kommen unsortierte Altpapiere, denen in einem ersten Arbeitsgang die Druckfarbe entzogen wird (De-Inking). Der Altpapieranteil an der Produktion beträgt z.Zt. in der deutschen Papierindustrie über 61%.

Rohstoffverarbeitung
Suspendierung im Pulper:
Die zumeist luftgetrockneten Zellstoff-Faserballen werden in einem Behälter (Pulper oder Stoffauflöser) unter Zugabe von reichlich Wasser durch Wirbelung in Einzelfasern zerlegt. Es entsteht ein Brei, der aus 5 Teilen Faserstoff und 95% Wasser besteht.

Mahlung:
Die unterschiedlichen Mahlarten der Faserstoffe bzw. Fasern prägen den Charakter eines Papiers. Mit Hilfe eines Kegelrefiners hat man die Möglichkeit, die Fasern entsprechend dem Verwendungszweck entweder sehr kurz oder lang zu mahlen. Zusätzliches Quetschen der Fasern im Refiner gibt dem Papier Festigkeit. Zugabe von Hilfs- und Füllstoffen, optischen Aufhellern und Leimungsstoffen: Hilfs- und Füllstoffe verbessern die Opazität, steigern die Weiße und ermöglichen eine weicher und geschmeidiger werdende Oberfläche mit erhöhter Glätte. Ferner werden dem Papier optische Aufheller zur Verbesserung der Weiße zugegeben. Es sind Stoffe, die unsichtbares UV-Licht absorbieren. Leimungsstoffe geben dem Papier Saugfähigkeit, sorgen für eine gute Beschreibbarkeit, Härte und Klang.

Sauerstoffbleiche/ Wasserstoffperoxid
Als Ersatz für Chlor können Sauerstoff oder Sauerstoffverbindungen eingesetzt werden. Eine Bleichung mit Wasserstoffperoxyd ist der z.Z. umweltschonendste Bleichprozess, denn es zerfällt in Wasser- und Sauerstoff.

Säurefreies Papier
Papiersorte, die keine Säure und auch keine Restchemikalien, die Säure produzieren, enthält. Es hat einen pH-Wert von mehr als 7 pH, ist damit leicht alkalisch und wird auch als neutralgeleimt bezeichnet. Wenn von einem Papier Alterungsbeständigkeit verlangt wird, sind solche Qualitäten zu bevorzugen.

Transparentpapiere
Durch feinere Mahlung der Fasern wird Gleichmäßigkeit und hohe Durchsicht (= Transparenz) erreicht.

Transparenz
Durchsichtigkeit erreicht durch feinere Fasermahlung. Gegenteil: Opazität. Zeichenpapiere für Techniker, Architekten usw., z.B. T2000 RO.

Volumen
Das Volumen (Rauminhalt) des Papiers bestimmt das Verhältnis zwischen seiner Dicke und dem g/m2 Gewicht. Bei gleichem Quadratmetergewicht ist ein Papier um so griffiger, je voluminöser es ist.
z.B. Papiergewicht 100 g/qm, Dicke, 0,100 mm
Dicke = Volumen 0,100 mm
Flächengewicht 0,100 kg = einfaches Volumen
bei 0,200 mm = 2-faches Volumen 0,100 kg
Man unterscheidet Papiere mit einfachem, 1,5-, 1,75- und 2,2-fachem Volumen. Höhere Volumina werden im Buchhandel sehr oft eingesetzt, um auch bei kleiner Seitenzahl eine größere Buchstärke zu erhalten.

Vorläufer des Papiers
Papyrus - hergestellt aus der in Afrika heimischen Papyruspflanze
Pergament - hergestellt aus ungegerbten Fellen junger Schafe und Ziegen
Amatl - hergestellt im Kulturkreis der Mayas aus der inneren Rinde des Feigenbaumes
Tapa - aus dem Kulturkreis der Azteken aus der Rinde bestimmter Bäume und Sträucher
Loktha - ist eine Faser aus dem Nepalpapierdaphne (Seidelbast), die aus der inneren Rinde der Napalpapierdaphne gewonnen wird.

Wasser
Ohne Wasser kein Papier. Das liegt daran, daß bei der Papierherstellung das Wasser nicht einfach nur Transportmittel für die Fasern bei der Blattbildung ist, sondern auch chemische und physikalische Kräfte zwischen den Fasern bewirkt. Die Papierindustrie zählt zu den wasserintensiven Industriezweigen. Um den Frischwasserbedarf zu senken, wird das Fabrikationswasser mehrfach verwendet. Das führte im Laufe der Jahrzehnte zu einer deutlichen Verringerung des Frischwasserbedarfs. Während 1940 bis zu 600 Liter Wasser für 1 kg Papier benötigt wurden, liegt heute der durchschnittliche Wasserbedarf unter 20 Liter für 1 kg Papier. Der Papierbrei besteht zu 99% aus Wasser und nur zu 1% aus Fasern und Füllstoffen.

Weiße
Die Weiße bei Zellstoff bzw. Papier wird durch -> Bleichung sowie optische (chemische) Aufheller erreicht. Meßverfahren: ISO. Ein sehr entscheidendes Kriterium für die qualitative Zuordnung von Papier. Die Weiße (der Weißegehalt) wird gemessen im Vergleich zu Magnesiumoxyd, dessen Rückstrahlvermögen für Licht aller Farben gleich 100 % gesetzt wird (nicht zu verwechseln mit Farbort).

Wikipedia
Papier
Dieser Artikel befasst sich mit dem Material Papier.

Zoll
Höhenmaß bei Tabellierpapieren (1 Zoll = 2,54 cm)

Zeichenpapiere

Ölmalpapiere
Typisch für die Oberflächenstruktur sind Prägungen in Leinwandoptik. Achten Sie besonders darauf, dass Ihr Papier beschichtet ist, da die pastosen Farben eine lange Trockenzeit haben. Zieht das Öl der Farbe in das Papier, so wird die Farbe stumpf und vergilbt, mindestens 200 g/m2.

Acrylpapier
Acryl kann auf nahezu jedem Papier verarbeitet werden. Da es schnell trocknet, kann eine glatte Oberfläche gewählt und damit die Farbwirkung verstärkt werden. Eine Beschichtung ist in der Regel nicht notwendig. Ist das Papier jedoch zu dünn, kommt es zu unerwünschtem Quillen und Wellen bilden sich, mindestens 250 g/m2, grobe Oberflächen beschleunigen die Trockenzeit.

Zeichentechnik Pastell (Kohle)
Entschließen Sie sich, eine Zeichnung mit Kohle, Pastell oder Bleistift zu fertigen, sollten Sie das Papier passend zur Stärke Ihres Stifts wählen. Zunächst eignen sich Papiere mit grober Oberfläche gut, um möglichst viel Farbe aufzunehmen. Generell gilt jedoch, je härter der Stift, umso glatter die Papieroberfläche. Denn sonst kommt es zu hässlichen Druckstellen im Papier. weiche, grobe Oberfläche, gut geleimte Papiersorten, besonders gut geeignet sind Velourspapiere (in vielen Farbtönen erhältlich).

Aquarellpapier
Für wässrige Farben benötigen Sie ein saugfähiges Papier, auf dem die Farbe schnell trocknet. Somit finden Sie häufig grob gekörnte Papiere. Eine Oberflächenleimung bindet die Farben ein und macht das Bild weniger anfällig. Um unerwünschte Wellenbildung zu vermeiden, sollten Sie ein Papier mit einer hohen Grammatur wählen. wenig künstliche Aufheller, mindestens 120 g/m2, Hadernpapiere, Bütten- und handgeschöpfte Papiere.